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ISSN 0947 - 8736

European Journal of Clinical Research


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Kommentar: Adjuvante Chemotherapie des Mamma-Karzinoms bei Lymphknotenbefall der Axilla

H. Sauer, Medizinische Klinik III, Klinikum Großhadern, München

 

Aus der Analyse von Untergruppen (siehe Tabelle 1) der Studienpatientinnen ergeben sich einige zusätzliche interessante Teilaspekte.

 

Tabelle 1

Gesamtüberleben nach 10 Jahren in verschiedenen Untergruppen von Mamma-karzinom-Patientinnen nach adjuvanter Chemotherapie mit Doxorubicin gefolgt von CMF (DOX®CMF) oder mit CMF abwechselnd mit Doxorubicin (CMF / DOX)

Gruppe

DOX ® CMF

CMF / DOX

Differenz

alle

58%

44%

14%

prämenopausal

postmenopausal

57%

59%

52%

29%

5%

30%

Lymphknoten 4-10

                        >10

64%

41%

47%

38%

17%

3%

Tumorgröße < 2 cm

                     > 2 cm

68%

49%

48%

41%

20%

8%

Östrogenrezeptor  negativ

                              positiv

                              unbekannt

53%

59%

68%

22%

51%

67%

31%

9%

1%

         

Aus der Spalte Differenz kann man leicht ablesen, wie groß der tatsächliche Überlebens-gewinn in den einzelnen Untergruppen ist. In der Gesamtstudie leben nach sequentieller Chemotherapie 14% mehr als nach alter-nierender Zytostatikagabe. Mit 31%, 30%, 20% und 17% ist der Gewinn am größten bei Tumoren mit negativem Östrogenrezeptor-nachweis, bei postmenopausalen Frauen, bei einer Tumorgröße bis 2 cm und bei 4-10 tumorbefallenen axillären Lymphknoten.

 

Geringere Effekte von weniger als 10% Gewinn an Überlebenden nach 10 Jahren zeigen sich bei jüngeren (prämenopausalen) Frauen (5%), bei über 2 cm großen Primärtumoren (8%) und bei positivem Rezeptornachweis im Tumorgewebe (9%). Schwer zu interpretieren ist das Ergebnis in der Gruppe, bei der kein Ergebnis über eine Hormonrezeptor-Analyse im Tumorgewebe vorliegt. Bei positivem wie auch bei negativem Rezeptornachweis schnitten die Patientinnen nach sequentieller Chemotherapie besser ab. Warum dann nicht auch in der zahlenmäßig

 

größten Gruppe mit unbekanntem Rezeptor-status?

 

Kaum mehr nachzuweisen (3% mehr Über-lebende nach 10 Jahren) ist die Überlegenheit der sequentiellen Chemotherapie bei mehr als 10 befallenen axillären Lymphknoten. Bei die-ser Untergruppe besteht sicher weiterer For-schungsbedarf zur Verbesserung der Therapie-resultate (z.B. hochdosierte myeloablative Poly-chemotherapie mit nachfolgendem „Rescue“ durch Gabe peripherer Blutstammzellen).

 

Aber auch sonst gibt es offene Fragen zu der von Bonadonna empfohlenen sequentiellen DOX®CMF Behandlung bei Patientinnen mit mehr als drei tumorbefallenen axillären Lymph-knoten:

 

 

·      Muß die Gesamtdauer der Therapie 12 Zyklen betragen oder genügt eine kürzere Therapieperiode?

 

·      Welchen Stellenwert hat CMF im Rahmen der sequentiellen Therapie (genügt evtl. die alleinige viermalige hochdosierte Doxo-rubicingabe)?

 

 

Korrespondenzadresse:  
Prof. Dr. H. Sauer  
Medizinische Klinik und Poliklinik III  
(Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. W. Wilmanns)  
Klinikum Großhadern  

Marchioninistr. 15  

81366  München

 

 

 

 

 

 

 

 

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