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ISSN 0947 - 8736

European Journal of Clinical Research


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West of Scotland Coronary Prevention Study

 

Die Frage, ob die Behandlung der Hypercholesterinämie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken kann, war Kernpunkt bedeutender wissenschaftlicher Untersuchungen in den letzten Jahren. Mittlerweile stützen umfangreiche Untersuchungen die Hypothese, daß die Senkung des LDL-Cholesterinspiegel sich günstig auf die koronare Herzkrankheit auswirkt,,.

Bei den meisten bisher durchgeführten Studien handelte es sich um Sekundär-präventionsstudien. In der letzten Ausgabe von Klinik und Forschung wurde das Thema "Cholesterinsenkung in der Sekundärprävention" bereits ausführlich behandelt. Zur Primärprävention gibt es nur wenige Studien, die die Wirkung der lipidsenkenden Therapie auf die KHK-Morbidität untersucht haben.

Studienzentrum University of Glasgow, Scotland
Studiendauer 4,9 Jahre
Teilnehmerzahl 6595
Geschlechterverteilung ausschließlich männliche Studienteilnehmer
Einschlußkriterien keine ausgeprägten EKG-Veränderungen,

kein Herzinfarkt in der Anamnese

Ausschlußkriterien Angina pectoris, die eine stationäre Behandlung während der letzten 12 Monate erforderte
Patientenalter 45-64 Jahre
mittlerer Cholesterin-Ausgangswert 272 ± 23 mg/dl
Studiendesign placebokontrolliert, randomisiert, doppelblind
Medikation Pravastatin 40 mg/d oder Placebo
Endpunkt Auftreten nichttödlicher Herzinfarkte oder KHK-bedingter Todesfälle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die WHO-Studie mit Clofibrat erreichte in der Behandlungsgruppe eine Cholesterin-Reduktion von 9%, eine 25%ige Senkung der nichttödlichen Herzinfarkte, aber eine Zunahme der Gesamtmortalität. Bei der LRC-CPPT-Studie konnte das LDL-Cholesterin in der Colestyramingruppe um 11% gesenkt werden, die Zahl der koronaren Herztode bzw. nichttödlichen Herzinfarkte nahm um 19% ab. Die Gesamtmortalität konnte durch die Behandlung jedoch nicht gesenkt werden. In der Helsinki Heart-Studie wurde durch die Gabe von Gemfibrozil der LDL-Spiegel um 8% gesenkt, das Risiko für einen nichttödlichen und tödlichen Infarkt um 34% reduziert. Aber auch in dieser dritten Studie konnte durch die lipidsenkende Therapie keine Abnahme der Gesamtmortalität verzeichnet werden.

In einer weiteren Primärpräventionsstudie untersuchten Shepherd et al., ob die koronare Morbidität und Mortalität durch die Gabe von Pravastatin gesenkt werden kann.

Titel der Originalarbeit: Prevention of coronary heart disease with pravastatin in men with hypercholesterolemia

Autoren: Shepherd J, Cobbe S, Ford I, Packard C et al. for the West of Scotland Coronary Prevention Study Group

Quelle: N Engl J Med 1995; 333: 1301-1307

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse: Pravastatin führte zu einer 20%igen Senkung der Gesamt-Cholesterinwerte und zu einer 26%igen Senkung der LDL-Cholesterinwerte. Der primäre Endpunkt war die Zahl nichttödlicher Herzinfarkte oder koronarer Todesfälle. Diese betrugen in der Placebogruppe 248 und in der Pravastatingruppe 174. Somit reduzierte Pravastatin das Risiko um 31%.

Die sekundären Endpunkte waren u.a. das Auftreten kardiovaskulärer und nichtkardiovaskulärer Todesfälle. Die Abbildung unten zeigt den Einfluß der Therapie auf die sekundären Endpunkte.

 

Zusammenfassung:

Die Behandlung mit Pravastatin führte bei Männern mit erhöhten Gesamt-Cholesterinwerten und ohne Zeichen einer koronaren Herzkrankheit zu einer signifikanten Reduktion der Herzinfarktrate und der kardiovaskulären Mortalität. Da es in der Pravastatingruppe keinen Exzeß an nichtkardiovaskulären Todesfällen gab, wurde auch die Gesamtmortalität (um 22%) reduziert, was in bisherigen Primärpräventionsstudien nicht oder nicht in diesem Ausmaß gezeigt werden konnte.